Das Jahr 1882

Am 3. August 1182 gründeten 14 Schachfreunde den Verein „Schachclub“. Es wurden „provisorische Statuten“ entworfen, ein Vorstand gewählt und der Verein angemeldet.

Die Mitglieder waren zeitgemäß Bürgerliche, 1 Arzt, 10 Lehrer und 3 Kaufleute. Im 1877 gegründeten Deutschen Schachbund waren nur „bürgerliche“ Vereine organisiert. Der erste Arbeiterschachverein wurde 1903 gegründet.

Bemerkenswert ist, dass es vor dem „Schachclub“ schon einen nicht näher benannten „früheren Verein“ gegeben hatte, von dem Inventar, 6 Schachbretter mit Figuren und zwei Schachwerke (Schachbücher) übernommen wurde.

Im Jahre 1882 wurden noch zwei neue Mitglieder, die Herren Sonneberg und Wirth, in den Verein aufgenommen.

Über die Aufnahme neuer Mitglieder in den Verein wurde per Ballotage (geheime Abstimmung mit weißen und schwarzen Kugeln, die in einen verschlossenen Kasten zu geben sind) entschieden.

Mitglieder Ende 1882

1. Dr. Böhm, pract. Arzt

2. Deschauer, Loth., kgl. Studienlehrer

3. Fleischhacker, Lehrer an der israel. Bürgerschule

4. Kleine, Lehrer an der israel. Bürgerschule

5. Lippmann, Kaufmann

6. Marx, Fritz, Lehrer

7. Meinel, Karl, kgl. Studienlehrer

8. Oppenheimer, Sam. Kaufmann

9. Pickel, Johann., kgl. Studienlehrer

10. Roesch, Heinrich, Lehrer

11. Rühl, Lehrer

12. Schäfer, Lukas, Lehrer

13. Schwarz, kgl. Studienlehrer

14. Stern, Robert, Kaufmann

15. Sonneberg, Peter, Kaufmann

16. Wirth, Lehrer

 

W.S., 01.01.2019

Gründungsprotokoll

Fürth, 3.August 1882

 

Präs.
Dr. Böhm
Meinel
Klein
Marx
Oppenheimer
H Roesch

In heutiger Versammlung constituierte sich der Verein Schachclub; es wurden provisorische Statuten entworfen und der Verein angemeldet.Die Vorstandschaftswahl ergab folgendes Ergebnis:

Dr, Böhm, Vorstand,
H Roesch, Schriftführer,
Meinel, Kassier.

Der Verein erhält den Nachlaß eines früher bestandenen Schachvereins, der in 6 Schachbrettern mit Figuren und zwei Schachwerken besteht.

Die Vorstandschaft

H Roesch Schriftf.

 

 


Protokoll Generalversammlung 1882

 

Fürth, 20 Dez. 1882

Präs.
Dr. Böhm
Schäfer
Pickel
Rühl
Marx
Oppenheimer
Deschauer
Schwarz
Sonneberg
H Roesch

Generalversammlung

Tagesordnung
1. Rechnungsablage
2. Ballotage
3. Antrag des Hr. Marx, Statutenänderung betrf.
4. Wahl der Vorstandschaft
5. Sonstige Anträge d. Vereinsangelegenheiten

1. In Verhinderung des Hr. Kassiers Meinel trägt Hr. Dr. Böhm den Stand des Vereinskassenbestandes vor. Die Rechnung für 1882 schließt mit einem Überschuss von 2,05 M & einem Rückstande von 9 M.

2. Der Ballotagekasten wurde heute geöffnet. Das Resultat war einstimmige Aufnahme der Herren Sonneberg und Wirth.

3. Ein eingelaufener Antrag des Hr. Marx wurde zur Abstimmung gebracht u. angenommen. Derselbe lautet in der angenommenen Form: Die Ballotage findet in der ersten Versammlung im Monat statt. Durch Zirkular wird der Name des Gesuchstellers bekannt gegeben. 2/3 der abgegebenen Stimmen entscheiden über die Aufnahme. Die Aufnahme ist durch ein Alter von 21 Jahren bedingt.

4. Die hierauf vorgenommene Wahl ergab folgendes Resultat:

1. Dr. Böhm, Vorstand
2. H Roesch, Schriftführer
3. Deschauer, Kassier
Genannte Herren erklären die auf sie gefallene Wahl anzunehmen.

5. Über die Anmeldung des Hr. Kirschbaum soll in der am 3. Januar stattfindenden Versammlung, die vorher durch Cirkular bekannt zu geben ist, ballotiert werden. Hr. Sonneberg übermittelt einen Antrag des Hr. Kögner Nürnberg, nach welchem der hiesige Schachclub seine Unterstützung zu einer hier abgehaltenen Versammlung zusagen soll. Die Anwesenden verhalten sich dazu ablehnend.

gez.: Dr. Böhm   H Roesch

Hinweis:
Die Ballotage ist ein geheimes Abstimmungsverfahren, bei dem eine helle/weiße oder dunkle/schwarze Kugel durch ein Loch in einen verschlossenen Kasten gegeben wird. Danach wird das Ergebnis ausgezählt. So ähnlich machten es auch die alten Griechen, sie nahmen dazu helle und dunkle Bohnen.