SG 1882 Fürth J1 - SK Schwandorf J 2 : 2


Das Team Jugend 1 der SGem Fürth schaffte den Aufstieg in die höchste bayerische Jugendliga. Gratulation an:

Brett 1:    Benno            Brett 2:     Narek    

Brett 4:    Andrei         Brett 3:    Philipp 


Der alles entscheidende Kampf gegen den Konkurrenten SK Schwandorf verlief spannend.
Der Verlauf einzelner Partien machte im Grunde jedes Endergebnis möglich. An den Brettern 1 und 2 kämpften unsere Spieler trotz Bauernverlusten hartnäckig und schließlich erfolgreich um ein Remis. An Brett 2 musste z.B. ein Zeitrückstand von 50 min aufgeholt werden. Im „Blitzmodus“ fand unser Spieler immer wieder Züge, die seinen Gegner am Ende selbst in Zeitnot brachten; bis dieser schließlich entnervt Remis anbot, was den für uns günstigen Endstand besiegelte.
Einige glückliche Umstände spielten diesmal unserem Team (im Gesamtwettbewerb 25/26) in die Karten:
So zog die Mannschaft des SV Seubelsdorf wegen Personalmangel noch vor den Runden 6 und 7 zurück und bescherte uns damit für Runde 7 ein kampfloses 4:0 auf das Brettpunktkonto. Nach der notwendigen Tabellenkorrektur (das Team wurde insgesamt aus der Wertung gestrichen) waren wir also Tabellenzweiter mit einem Brettpunkt weniger als der SK Schwandorf.
Nach dem beschriebenen 2:2 musste dieser jedoch in Runde 7 mindestens noch ein 3,5:0,5 gegen die starken Ansbacher liefern, was nicht nur nicht gelang, sondern am Ende sogar für ein überraschendes 4:0 aus Ansbacher Sicht sorgte. 
Nun ja, Glück braucht man manchmal eben. Dieses war, und das ist keine Beschönigung der Umstände, auch das Glück der Tüchtigen. Betrachten wir einige Spielsituationen aus Runde 6:

Brett 1:        Benno Funk – Rafael Scherl    0,5 : 0,5

Mit 13. e4?

kam es zunächst zum Bauernverlust, da nun 13. … Sxe4! aus taktischen Gründen möglich ist:
14. Sxe4 Lxb2 15. Dxb2 Lxe4 oder 14. Lxg7 Sxd2! und die Dame ist angegriffen.
In der Partie kam jedoch mit 14. Sxe4 Lxe4(?) 15. Dxe4 Lxb2 16. Tab1 Lf6 (16. … Dxa2 ist wegen 17. Dc2! nicht möglich) eine remisträchtige Stellung aufs Brett, die Weiß mit den ungleichfarbigen Läufern erfolgreich verteidigte.  
Die einzige offene Linie führte bald zum Abtausch aller Schwerfiguren.

Brett 2:        Maximilian Fleischmann – Narek Gewondow    0,5 : 0,5

Die Partiestellungen bewegten sich längere Zeit stets im ausgeglichenen Bereich. 
Erst nach 27. Sg5 versprach nun der Zug 27. … Sh4! gewisse Vorteile für die schwarze Stellung (ca. -0.70). Die Drohung … h6 erfordert z.B. 28. Df2 Sf5 29. Dc2 Sd7 mit etwas aktiverem schwarzen Spiel.



Zu ausgeglichener Stellung führte danach die Partiefortsetzung 27. … Le7  28. Dg2 Dxg2  29. Kxg2 e5! (mit ca. 0.00).

Nun wäre 30. fxe5 Sg4! mit einem deutlichen Stellungsplus für Schwarz verbunden (-1.60), da das Pferd seine ganze Kampfkraft entfaltet und auf die weißen Schwächen e3 und c4 losgehen kann. 
Es blieb nach 30. Se6 Kf7 (trotz zweitweiligem Bauernminus) für Schwarz beim Remis, da der schwarze König rechtzeitig zur Verteidigung aktiviert werden konnte.


Brett 3:        Philipp Levitskii – Paul Schickram    1 : 0

Für die spannendste Partie sorgte Philipp. Er blieb seinem Stil treu und provozierte mit 9. Sxg5?!

frühzeitig anhaltende taktische Verwicklungen. 
Das Resultat sollte ihm zwar am Ende recht geben, jedoch versäumte es der Nachziehende des Öfteren Vereinfachungen herbeizuführen. So blieb seine Mehrfigur lange Zeit unbedeutend, da unterentwickelt. Trotzdem fand der Computer die nebenstehende schwarze Stellung etwas besser (ca. -1.10).

In der Partie kam: 9. … hxg5 10. Lxg5 Sbd7 11. e4 dxe4 12. Lxe4 Db6 13. Df3.

Das naheliegende 13. … Sxe4 hätte jetzt eine bedeutende weiße Angriffsfigur beseitigt und das weiße Lager ist ebenfalls noch unterentwickelt. Die Angriffschancen wären danach deutlich reduziert.

So ging es weiter: 13. … Kg7 14. Td1 Th8 15. Sa3 Th5?

Der letzte Zug bürdet dem überlasteten Sf6 eine zusätzliche Verpflichtung auf (Deckung von Th5), was für weitere taktische Möglichkeiten des Weißen sorgen sollte.
Nach Computermeinung steht es zwar nun in etwa ausgeglichen, in der Partiepraxis entscheidet aber, wie so oft, der „letzte Fehler“ über den Ausgang.
So kam es dann auch: 

16. h4 cxd4 17.Txd4 Lxa3 18. Txd7!? Txg5! 19. Txf7+ Kxf7 20. hxg5 Le7 21. gxf6 Lxf6 22. Dh5+ Kf8 23. Td1 Dc7 24. Df3 Df7 25. g4 Tb8 27. g5 Le7?

Hier versäumte Schwarz den turn-around: Mit 24. Dh5! hätte er nun einen sehr deutlichen Stellungsvorteil (Doppelangriff auf g5 und Td1) erreichen können.
Nach dem Partiezug wäre aber wiederum Weiß mit 28. g6!! am Drücker gewesen. Nach Dg7 oder Df6 sind die Schachgebote Df4+ mit Turmverlust bzw. Dh6+ mit Gewinnstellung möglich.
In der Diagrammstellung kam statt dessen 28. Dg3 Lc5?? (mit der Option Dxf2+) 29. Td8+!! Kg7  30. De5+ und Schwarz gab auf. 

Brett 4:        Leonard Stoeckl – Andrei Dragomir    1 : 0

In der Diagrammstellung nach 9. Sc3 erwies sich die Idee, den Bauern e4 mit 9. … Lf5? zu decken als problematisch. Das Schach 10. Db5+ stellte nun nämlich den Nachziehenden vor Probleme. In der Partiefortsetzung 10. … Sd7 11. Dxb7 0-0 12. Dxc7 Sxe5 erhoffte sich dieser im Falle von 13. 0-0 Gegenspiel für den Minusbauern (vollständige Entwicklung und Druck auf den Damenflügel) z.B. mit 13. … Tc8.

Es kam jedoch leider anders:
Nach 13. Le3! (statt 13. 0-0) geht der Se5 verloren, da die Dame kein passendes Feld zu dessen Deckung findet.

Trotz Gegenwehr war nichts mehr am Partieverlust zu ändern.


Fazit: 

Das Unentschieden gegen den Erstplazierten SK Schwandorf wies nach dem Partiegewinn auf Brett 3 noch ein weiteres Plus für die Fürther auf: 
Bei einem 3:1 -Sieg der Schwandorfer gegen Ansbach (also Brettpunktgleichheit zwischen Schwandorf und Fürth) hätten wir die bessere und damit entscheidende Berliner Wertung gehabt. Schwandorf war gezwungen mindestens 3,5:0,5 zu gewinnen, was bekanntlich gründlich schief ging.

Burkhard Zühlke (Mannschaftsführer)

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