SK Herzogenaurach 3 - SG Fürth 2 5:3
Am vorletzten Spieltag der Bezirksliga 2 mussten wir gegen den Tabellenletzten SK Herzogenaurach 3 antreten.
Leider war ich nach meiner Bauch-OP noch nicht fit genug und musste aussetzen.
Brett 8: Roman Petrc (keine DWZ) - Mykyta Nikolaiev (DWZ 1488)
Im c3-Sizilianer entstand früh folgende Stellung nach 7.Lc4xf7?

Mykytas Gegner opfert hier eine Figur und nach 7...Kxf7 8.Sg5 Kg8! 9.e6 De8 sollte Weiß mit d5 seinen Vorposten schützen.
Es kam aber 10.Sf7? Lxe6 11.Sxh8 Kxh8 und Schwarz steht auf Gewinn. Stellung nach 21.Ta1-d1

Mykyta sollte hier mit Lf5 einen Damentausch anstreben, da er ja eine Figur mehr auf dem Brett hat. Hier fehlte die Erfahrung. Stattdessen
stellt er mit 21...e4?? eine Figur ein. Nach 22.Txd3 exd3 23.fxg4 Ld6 24.Dh3 verpasste unser Jugendspieler mit Se5 seine letzte Chance
dem Gegner weitere Probleme zu stellen. Bald musste er aufgeben. 0-1
Brett 5: Philipp Levitskii (DWZ 1733) - David Seregelyes (DWZ 1542)
Schwarz spielte die Holländische Verteidigung. Stellung nach 21...Tf8-d8

Die Drohung c5 ist offensichtlich und so opferte Philipp sehenden Auges eine Figur und spielt 22.Tfd2? (besser war Dc2).
Nach 22...c5 23.Sxf5 exf5 24.Dxd8 Txd8 25.Txd8 Kf7 26.Kf2 Lc6 27.Tc8 kam es zu folgender Stellung:

Stockfish schlägt hier La4 vor und gibt 3,2 Einheiten Vorsprung für Schwarz. Dem menschlichen Zug Ld7 würde nach Tc7 Kg8 ein Befreiungsplan fehlen.
Philips Gegner verlor die Übersicht und zog 27...Lb7?? wonach er mittels 28.Tc7 die Dame und Partie verlor.
1:1
Brett 1: Mike Shlosberg (DWZ 1896) - Stefanie Steinmüller (DWZ 1853)
Mike spielt das Blackmar-Diemer-Gambit. Stellung nach 13...Dd8-b6

Hier konnte Mike mit Dd4! bxc6 Txe7 seinen Vorteil behalten, denn Dxb2 scheitert an Lxf7 Txf7 Txf7 Kxf7 und Dc4 gewinnt.
Er zog hier aber 14.De3 bxc6 15.Sa4? (besser Se5) Da5 16.b3 Sd5 und Schwarz erreichte Ausgleich. Stellung nach 18...Lf5xc2

Weiß sollte hier Le5! spielen da Lxb3 wegen Lxg7 Kxg7 Sg5 nicht geht. Nach Le5 Tae8 Dxa7 Lxb3 Lxg7 Txe1 Txe1 Kxg7 Dd4 Kg8 Sb6 steht Schwarz nur
minimal (0,3) besser. Mike spielte aber 19.Db7? Sc5 20.Dxd5 Lxb3 21.Dxc5 Dxa4 und anschließend konnte Schwarz ihren Vorteil verwerten.
2:1
Brett 3: Daniel Vu (DWZ 1735) - Apoor Kumar (DWZ 1551)
Im Slawischen Damengambit verlor Daniel seinen Gambitbauern. Nach einem Fehler stand er kurz besser. Stellung nach 21...Lxf6

Daniel spielte den besten Zug 22.Txf6 Lxf6 und sollte nun mit a4 a6 d5 Df8 Db6 ausnutzen, dass sein Gegner sich erst um die Auflösung der Fesselung kümmern durfte. Nun musste Schwarz Dg7 finden worauf Weiß nach wie vor mit Td1 oder Lxf6 Dxf6 Td1 den Vorteil behalten konnte.
Daniel zog 23.g3?! Wenig später Stellng nach 27...Df6-f5

Daniel konnte hier mit Tf1 Dh3 (oder Dg4 Lb3 =) d5 bxc4 Dg5 in eine komplizierte Remisvariante gehen.
Nach dem Textzug 28.Ld3?? zeigt Stockfish an, dass die Stellung klar verloren ist. Schwarz nutzte die Chance mit 28...Dh3 29.Kf2 Tf8 30.Ke1 Tf3 31.Dg5 Dh1 32.Ke2 Dg2 33.Ke1 Df2 und Weiß gab auf.
3:1
Brett 2: Timo Loos (DWZ 1778) - Emre Hasgülec (DWZ 1783)
In einer Schottischen Partie kam eine seltene Variante aufs Brett. Beide Seiten spielten dennoch fehlerlos. Stellung nach 41.Lc2-d3

In dieser Position scheint alles andere als ein Remis utopisch. Jeder Läuferzug auf der langen Diagonale a2-g8 der den Läufer nicht einstellt sollte im Remis enden. Emre hatte auf Grund des Gesamtstandes vielleicht die Idee auf Gewinn spielen zu müssen und zog hier 41...Ke7??. Nach 42.Kc5 geht Stockfish bereits auf +5,3 und Weiß gewann.
4:1
Brett 7: Patrick Schubert (DWZ 1349) - Mathis Raschke (keine DWZ)
Patrick rochiert lang und greift an, aber sein Gegner hat sich noch gar nicht für eine Rochadeseite entschieden. Stellung nach 18...g7-g6

Patrick hat bereits einen Turm in Stellung gebracht. Nach dxc6 Lxc6 Tc3 Tc8 Dd2 hat er nicht nur einen rückständigen Bauern als Angriffsziel.
Weiß zog 19.Dg4?! und bietet Damentausch an. Schwarz sollte tauschen um sich zu entlasten.
Es kam aber 19...De7? 20.dxc6 Lxc6 21.Tgd3?! (besser Tc3) Inzwischen hat Schwarz Ausgleich erreicht. Stellung nach 34...Kh6-h7

Patrick hat drei Bauern verloren und fischt im Trüben. Nachdem Schwarz etwas unvorsichtig war, konnte Weiß hier mit Tgh1 eine Mattdrohung aufstellen und Material zurückgewinnen. Nach Kg7 Txh5 Th8 Th6 kann sich Schwarz nicht mehr so einfach bewegen. Stockfish gibt ein 0,9 für Schwarz, wobei Weiß auf Grund des Drucks gute Chancen hat. Weiß opferte den Turm 35.Txh5? was aber weder für einen Sieg noch für ein Dauerschach reichte.
5:1
Brett 4: Hennadii Nikolaiev (DWZ 1650) - Norbert Strobel (DWZ 1933)
Norbert konnte nachdem die Niederlage feststand, diese nur noch in Grenzen halten. Stellung nach 40...Lf7-g6

Weiß konnte hier laut Stockfish mit g5! den vollen Punkt einfahren. Kf7 (einziger Zug) Lh5 Lxh5 Dxh5 Ke7 und Stockfish gibt ein 3,9 für Weiß.
Es kam 41.Lf3 Dh7 42.Df4? (Weiß sollte die Damen tauschen) 42...Ke6 und plötzlich steht Schwarz besser. Stellung nach 66...Ke5-d4

Stockfish gibt hier 2 Züge für Weiß zum Remis an. Ke2 (oder Lf1) Kc3 e5 bringt Platz für den Läufer. Auf Kb2 folgt Kd1 Kxa2 Kc2 und der schwarze König kommt nicht mehr raus. Weiß zog 67.Lb1? Kc3 68.Kg4 Kb2 69.Kf5 Kxb1 und Norbert gewann.
5:2
Brett 6: Horst Habermann (DWZ 1613) - Dennis Maier (DWZ 1553)
Dennis durfte gegen eine Ikone des Mittelfränkischen Schachs antreten. Horst ist ein Urgestein der Schachszene und unter anderem langjähriger Funktionär.
Stellung nach 9.Sb5-a3

Schwarz sollte hier mit e4 dxe4 Da5 fortfahren, auf Dd2 folgt Sb4 und auf Sd2 Sxe4. Dennis spielte 9...b5, ein Bauer der kaum genommen werden kann.
Es kam 10.Sc2 Ld6 11.Le2 bxc4 12.bxc4 Tb8 und Schwarz steht mit +1,6 sehr gut. Stellung nach 51...Db1-b6?

Nach Dd5 Tc6 De5 ist die Stellung ausgeglichen. Da das drohende Schachmatt nur durch Rückgabe der Qualität oder mit f6 (Dauerschach ) zu entkräften ist. Es kam 52.De5 Db5? 53.Dd4? (Nach Dxb5 axb5 Lxf6 gxf6 ist das Endspiel für Weiß gewonnen) 53...a5 54.g4? und Dennis gewann noch.
5:3
Fazit:
Leider konnte man den Patzer des Tabellenführers nicht nutzen. Im letzten Spiel dürfen wir gegen die Mannschaft antreten, die gegen den Spitzenreiter gewann. Gegen den SC Stein hoffen wir auf einen versöhnlichen Saisonabschluss in zwei Wochen.
Wolfgang Heimrath
