SC Erlangen 3 - SG 1882 Fürth 2 5:3
Am Sonntag spielten wir in den Räumen des TV-Jahn in Erlangen und waren gespannt wo die Reise hingeht. In unserer Bezirksliga gibt es keine klaren
Favoriten und so versuchten wir weiter oben dran zu bleiben.
Brett 7: Patrick Schubert (DWZ 1349) - Christian Hehn (DWZ 1580)
Patricks Gegner ist nicht erschienen und so stand es nach einer Stunde
0:1
Brett 5: Philipp Levitskii (DWZ 1704) - Leon Fischer (DWZ 1713)
Beide Seiten gingen sich zunächst aus dem Weg. Stellung nach 10.a7-a5?

Weiß konnte nun mit Lh6 Te8 Vorteil erzielen, da mittels g4 Läuferverlust droht. Stockfish würde lieber 2 Bauern für die Figur nehmen als den "Rettungszug" g5? zu machen. Er empfielt hier Ld6 g4 Lxg4 hxg4 (Sxg4 geht nicht wegen Sxg4 hxg4 Dh4!) Sxe5 dxe5 und dann wären Lxe5 und Sxg4 fast gleichwertig. Weiß zog hier 11.a3? und nach 11...Sxe5 12.dxe5 Sg4 stand Schwarz leicht besser.
Wenig später erfolgte ein Generalabtausch und so reduzierten sich die Möglichkeiten. Alsbald einigte man sich auf remis.
0,5:1,5
Brett 8: Delf Kah (ohne DWZ) - Alejandro Stolz Mateos (DWZ 1191)
Alejandro gab sein Debüt in der 2. Mannschaft und spielte gegen einen nachgemeldeten Spieler der keine DWZ aufzuweisen hatte.
Stellung nach 10.Sf3-d4

Schwarz hat nun das Problem mit dem Läufer auf f5. Mit a5 oder h5 würde Stockfish Unruhe stiften, da der Versuch den Läufer mit e4 zu gewinnen im Notfall noch mit e5 beantwortet werden kann. Alejandro zog hier 10...Le6? 11.Sxe6 fxe6 und Weiß stünde nach Lh3 mit einem glatten Mehrbauern da, weil man sich nicht mit e5?? aus der Affäre ziehen kann, ohne durch c5 die Dame zu verlieren. Schwarz spielte aber sofort 12.c5?! dxc5 13.Dxe6 Tf7 14.a3
Diese Position ist nach wie vor besser für Weiß, jedoch fehlt das Materialplus. Stellung nach 29...Kg7-f6

Schwarz hat zwei entfernte, verbundene Freibauern. Weiß sollte nun versuchen zu verhindern das diese loslaufen. Mit e4 oder Kf1 sieht Stockfish hier
den größten Widerstand (-0,5) Weiß spielte 30.Txd5? Txd5 31.Txd5 Ke6 32.e4? (Tb5 ist besser).
Nun konnte Alejandro mit 32...a5 33.Tb5 Ta7 einen perfekten Aufbau wählen und gewann bald.
0,5:2,5
Brett 2: Roland Kiesendahl (DWZ 1855) - Mike Shlosberg (DWZ 1896)
Im Katalaner kam es zu folgender Stellung nach 18.a2-a3

Mit +0,4 Einheiten hat Weiß den sogenannten Anzugsvorteil noch nicht ganz verloren. Nach Sa6 e5 Le7 Se4 kann Weiß Raumvorteil vorweisen.
Schwarz dagegen hat das Läuferpaar und da es keine konkreten Schwachstellen im schwarzen Lager gibt, ist es schwer für Weiß die schwarzen Steine unter Druck zu setzen. Mike überzieht hier mit 18...Sc2?? und verlor nach 19.e5 Le7 20.Se2 c5 21.dxc5 Ld7 22.Td2 die Kontrolle über den Springer und der Partie. Bald ging beides verloren.
1,5:2,5
Brett 1: Wolfgang Heimrath (DWZ 2121) - Julian Weber (DWZ 1934
Nach Skandinavisch wechselte die Eröffnung ins Caro-Kann, wo sich mein Gegner sehr gut auskannte. Stellung nach 21...Le5-f6

Aus meiner Sicht die entscheidende Stellung. Schwarz steht 1,0 Einheiten besser. Dennoch konnte ich nun einen kleinen Taktiktrick aus dem Hut ziehen. Mit 22.Sa4! fällt die Grundlinienschwäche ins Auge. Die unangenehme Anschluss-Drohung Sb6 nervte meinen Gegner derart, dass er hier von seinen 35 Minuten Restzeit ca. 30 Minuten investierte um dann 22...Te4?! zu spielen. Die nächsten 8 Halbzüge wären jeweils auch von Stockfish gefunden worden. 23.Sb6 Tae8 24.Sxc6 dxc4 25.Txe4 Txe4 26.La5 Dc8. Leider wollte ich nun etwas zu aktiv spielen und zog 27.Dd6? Deutlich besser war hier Dc2 und Schwarz kann nur mit Td4 einen kleinen Vorteil erspielen. 27...Te8 und Schwarz hat nun ein +3,2 vorzuweisen.
Finale: Stellung nach 29...Dc8-e8

Der objektiv stärkste Zug ist hier Kf2 um den Einbruch des Turmes auf e2 zu verhindern. Mich störte aber der latent gefährliche c4-Bauer und so
wurde dieser beseitigt. 30.Txc4 um auf Te2 Dd3 zu spielen. Mein Hintergedanke war, dass vielleicht ein Fehler in großer Zeitnot kommen könnte und dies wurde Realität. Nach 30...Te1 31.Dxe1 übersah Schwarz den Randläufer und gab auf.
1,5:3,5
Brett 3: Emre Hasgulec (DWZ 1783) - Thorsten Albrecht (DWZ 1870)
Im Abtauschfranzosen geht es oft friedfertig daher, diesmal gab es heterogene Rochaden und somit Angriffsmöglichkeiten. Stellung nach 24.b2-b3

Schwarz sollte nun mit f5! fortsetzen um den weißen Schutzwall des Königs anschließend mit h4 aufzubrechen.
Stattdessen zog Schwarz 18...Dh7? und sah sich nach 19.Dxh7 Txh7 20.c4! fast ohne Gegenspiel dem flexiblen Spiel eines Läuferpaars ausgeliefert.
Etwas später. Stellung nach 33.Lc3xf6

Man erahnt hier auf Grund der dominanten Läufer, dass die schwarze Armada dem stets anwachsenden Druckspiel kaum gewachsen sein wird.
Schwarz sollte hier mit Sd8 (-2,6) aus der Schusslinie ziehen. Es kam aber 33...fxg3? 34.Lxf7 Te2 35.Kxg3 Txa2 36.dxc6 und Schwarz gab auf.
1,5:4,5
Brett 6: Dr. Matthias Ernst (DWZ 1809) - Dennis Maier (DWZ 1553)
Im Caro-Kann gibt es oft gute Bauernstrukturen die Schwarz den Sieg erleichtern. Dennis schwächt hier seinen Damenflügel mit unnötigen Bauernzügen.
Stellung nach 19.c2-c3

Nun ist Sa6 der einzige Zug und Weiß steht trotz Materialgleichheit laut Stockfish 1,2 Einheiten besser. Dennis spielte aber 19...Sc6?? worauf Weiß mit dxc5 die Dame oder einen Spinger gewinnt zum Beispiel: Dxc5 Le3 und die Dame hat kein Feld mehr.
Weiß spielte aber zuerst 20.c4?! Dd6 21.dxc5 und Schwarz kann ausweichen 21...Dc7 22.cxb6 Dxb6. Nun muss Dennis "nur" mit der Hypothek eines
Minusbauern in die nächste Spielphase eintauchen. Stellung nach 29.Le3-d4

Nun konnte Schwarz mit Sd2! Tc2 Sb3 f4 Sxd4 Txd4 Tb4 ausgleichen. Dennis hatte hier die falsche Strategie und tauschte seinen Läufer ab.
Es folgte: 29...Lxe5 30.Lxe5 Sc5 31.Lxb8 Sxd7 32.Ld6 Tc6? (hier sollte man Sc5 spielen) 33.c5 (+2,9) und Weiß kann fast ungehindert mit dem König nach b5 wandern. Das weitere Endspiel war eine Sache der Technik und Weiß gewann.
2,5:4,5
Brett 4: Mostafa Assem Gawdat Azmy (DWZ 1790) - Daniel Vu (DWZ 1735)
Daniel geht nach dem Panow-Angriff in das Damengambit. Stellung nach 18...La6-d3

Weiß muss hier mit Txd3 (-0,4) die Qualität geben, da die Verteidigungsresourcen in dieser Stellung nicht gegeben sind.
Weiß spielte 19.Db2? e5 20.Sf5 exd4 21.Sxd4 Dxc5 22.Kd2 (-6,1) und Weiß ist objektiv verloren. Nach vielen Wendungen hatte Daniel stets die Oberhand. Stellung nach 42.Ta7xa4

Schwarz hat gerade seine Mehrfigur verloren. Dennoch ist die Stellung mit dem Zug f5! (-7,00) klar gewonnen, denn die beiden Angriffe auf den f-Bauern scheitern: Ta5 Kd7 Txf5 e2 Te5 Te8 oder Tf4 e2 Leider bringt sich Daniel mit 42...Kf7?? um die Früchte seiner Arbeit. 43.Ta7 Ke6 44.Ta3 f5 45.Txe3 und kurze Zeit später musste Daniel in das Remis einwilligen.
3:5
Fazit:
Ein schöner Sieg gegen eine starke Mannschaft. Mit diesem Erfolg sind wir zurück auf dem zweiten Platz und lauern auf weitere Ausrutscher von Neustadt/Aisch. In fünf Wochen geht es weiter mit dem Heimspiel gegen den Tabellendritten SC Uttenreuth.
Wolfgang Heimrath
