SC Heideck/Hilpoltstein - SG 1882 Fürth 2 3,5:4,5
Zum dritten Wettkampf der in der Bezirksliga 2 mussten wir nach Heideck reisen. Im Rathaus wurden die Bretter aufgestellt, die Rüstung geölt und schon konnte es losgehen. Die Mannschaft aus Heideck/Hilpoltstein hat das Problem eine weitere Mannschaft in der parallel laufenden Bezirksliga zu haben und dies dünnt vor allem die Ersatzspieler aus. Auf Grund des Personalmangels mussten sie Brett 1 freilassen.
Brett 1: Wolfgang Heimrath (DWZ 2121) - Christoph Teille (DWZ 1914) kampflos
0:1
Brett 2: Martin Fink (DWZ 1770) - Mike Shlosberg (DWZ 1896)
Stellung nach 12.Tad1

Mike sollte hier mit 12...fxe4 die Stellung öffnen. Er zog aber 12...f4? wonach Weiß mit 13.Sa4! klaren Vorteil +2,3 erspielt hatte.
Weiß bot nun aber in falschem Glauben Remis an, da er dachte, dass auf Brett 2 ein Spieler mit ca. DWZ 2100 sitzt und Remis ein gutes Ergebnis für ihn sei.
Mike nahm dieses unerwartete Friedensangebot an.
0,5:1,5
Brett 7: Peter Weißmann (DWZ 1627) - Maximilian Zimmer (DWZ 1642)
Peter musste gegen Nimzo-Sizilianisch spielen und kam früh in Vorteil. Stellung nach 11.Lf1-b5

Nach diesem Schach hat Schwarz ein Problem. Der normale Zug Ld7 scheitert an Lxd7 Dxd7 0-0-0 und Schwarz kann wegen Dxa7 nicht rochieren.
Am besten ist laut Stockfish Kd8 mit -1,7 Nachteil. Schwarz spielte hier den schlechtesten Zug 11...Ke7? 12.0-0-0 Le6 13.The1 b6? und Peter stand auf Gewinn.

Hier gewinnen bereits mehrere Züge, aber Peter fand den stärksten Zug: 14.Dh4! f6 15.Sd4 und der Le6 geht verloren. Stellung nach 23...Te8-c8

Hier gab es ein Matt in 3 Zügen: Tg7! Lxg7 Sc5 Kf8 Sd7#. Peter wollte vermutlich die Stellung noch getwas genießen und zog 24.Lb3 wonach Schwarz aufgab.
0,5:2,5
Brett 6: Maximilian Rathmann (DWZ 1909) - Patrick Schubert (DWZ 1350)
Patrick kam gut aus der Eröffnung. Stellung nach 20...Le7-d6

Schwarz droht Schachmatt. Lf4?? Scheitert an Dxf4 Dxf4 Lxf4 und der Zwischenzug Txc8 scheitert an dem Zwischenzug Le3.
Am besten ist hier Dg3! worauf Schwarz mit ca. 2,0 Vorsprung in den nächsten Zug geht. Weiß spielte 21.g3?? .
Es folgte 22.Lxc1?? (Nach Txc1 hatt Weiß Angst vor De4! +3,7 für Schwarz)

Stockfish findet hier den Knockout mit Lc5!! Dxc5 Dxe2 und egal ob nun Df2 oder Tf2, nach De4 ist die Mattdrohung nur noch unter großem Materialverlust zu vermeiden. Patrick zog hier 22...Lxb3 23.Lf4 Dc5 und Weiß konnte noch weiterkämpfen. Stellung nach 32.Dd4-h4

Weiß bereits in großer Zeitnot konnte kurz vor dem Exitus eine eigene Mattdrohung aufstellen, jedoch: 32...De3 33.Kg2 De2 34.Kh3 Df1 35.Kg4 Le2 36.Kg5 h6 und Schwarz gab auf.
0,5:3,5
Brett 4: Christian Zimmer (DWZ 1917) - Norbert Strobel (DWZ 1933)
Norbert spielte wie gewohnt sicher und kam nach ausgeglichener Eröffnung in ein Schwerfigurenendspiel. Stellung nach 42.Dd7-e8

Mit Db5 konnte Norbert nun in ein Turmendspiel mit Minusbauer einlenken, welches Stockfish und die Endspieldatenbank als Remis bewerten.
Alle anderen Züge verlieren. Norbert spielte 42...g5? und Stockfish zeigt ein Matt in 11 Zügen an.
1,5:3,5
Brett 8: Norbert Kirchner (DWZ 1924) - Christina Dietrich (DWZ 1434)
Gegen den weitaus stärkeren Gegner konnte Christina zu Beginn gut mithalten. Stellung nach 24.Lf4-h2

Schwarz hat das Läuferpaar und Weiß konnte seine beiden Springer gut im Zentrum postieren. Beide Seiten konnten nun unterschiedlichen Plänen nachgehen um die ausgeglichene Stellung auszubauen.
Christina sollte die beiden schlecht stehenden Figuren (Tf8 und Sh5) auf bessere Felder ziehen. Mit Tfe8 und anschließend Sf6 könnte sie einfacheren Zeiten entgegensehen. Weiß kann nach Tfe8 beispielsweise mit Sd3 oder Sec6 weiterspielen.
Christina zog hier leider 24...f5?? und verlor nach Se6 entscheidendes Material.
2,5:3,5
Brett 5: Dennis Maier (DWZ 1553) - Lukas Rupprecht (DWZ 1858)
Nach einem gemächlichen Beginn, gab es erste Verwicklungen. Stellung nach 14.Dd1-e2

Hier könnte Schwarz mit c4! eine spannende Aktion starten. Nach bxc4 a6 (oder La4? dxc4! und Schwarz steht etwas besser) kann Weiß mit Lxa6 Sxa6 cxd5 drei Bauern für eine Figur bekommen. Schwarz spielte 14...Sbd7 und Weiß konnte seine sanfte Druckstellung behalten.
Viel später, Stellung nach 47...Kf6-e7

Weiß hat eine Gewinnstellung und sollte mit La8 und folgend Ke4 den weiteren Raum erobern. Danach kann Dennis mit d5, Lc6 und Kd4 Zugzwang
erzeugen und leicht gewinnen. Stattdessen spielte Dennis hier 48.h4? wodurch der g4-Bauer schwach wird. Schwarz könnte mit Le6 hxg5 hxg5 eine remisträchtige Stellung erreichen, da La8 und Ke4 wegen Lxg4 nun nicht mehr möglich ist.
Schwarz in großer Zeitnot spielte nun 48...gxh4?? 49.Kxf4 und nun ist die Welt für Weiß wieder in Ordnung. Kurz danach musste Schwarz aufgeben.
2,5:4,5
Brett 3: Daniel Vu (DWZ 1735) - Bastian Perner (DWZ 1935)
Nach frühem Damentausch konnten beide Kontrahenten wenig Druck erzeugen. Nach 33 Zügen entstand ein Turmendspiel. Stellung nach 35...Ta7-b7

Schwarz steht auf Grund seines aktiven Turms etwas besser (0,3). Weiß sollte mit Kf1 zu seinem schwachen Bauer in Richtung b2 laufen, um
den Turm auf anderen Ebenen einsetzen zu können. Zum Beispiel: Kf1 Txb4 Ke1 Tb3 Kd1 Tf3. Stattdessen spielte Daniel auf Gewinn und zog
36.Te5? Kf6? (Txb4 gewinnt bereits) 37.Te8? (wieder ist Te2 klar besser) Txb4 38.Tc8 Tb6 39.Tf8 Ke7 40.Tc8 Txb2 und Schwarz steht mit
4,0 Einheiten auf Gewinn. Etwas später, die Stellung nach 58...Te5-e2

Weiß konnte inzwischen ausgleichen und hat hier 2 Remiszüge: Tc7 und Td7, Daniel zieht jedoch 59.Kxd5 worauf sein Gegner 4x in Folge den besten Zug fand. 59...c3! 60.Tc7 c2! 61.Kd4 f4! 62.gxf4 Txf2! 63.Ke3 g3 64.f5 Th2 65.Kf3 g2 66.Kf2 Th1 67.Kxg2 c1 (D) und Schwarz gewann.
3,5:4,5
Fazit:
An den hinteren Brettern konnten wir drei von vier Partien gewinnen. Eine besondere Leistung erbrachte Kapitän Patrick der trotz 559 DWZ-Punkte Rückstand einen Sieg mit den schwarzen Steinen erkämpfte. Mit 5-1 Mannschaftspunkten und Platz 4 sind wir mit dem Saisonstart mehr als zufrieden. In drei Wochen empfangen wir den SC Heilsbronn, die wir wir ohne Niederlage durch die ersten drei Saisonspiele gekommen sind.
Wolfgang Heimrath
